Lingelbach, Energiedorf

Foto: Ilse Becker

Auf die Initiative des Landrats- Kandidat Bernhard Becker aus Romrod trafen sich interessierte Personen am 22.8.23 in Alsfeld- Lingelbach am Heizhaus der Bürger- Energie- Genossenschaft Lingelbach e.G. Die Gruppe wurde von Herrn Axel Wiederstein aus dem Vorstand der e.G. begrüßt. Er informierte über die Anlage und deren Entstehung. In Lingelbach herrscht eine vorbildliche Dorfgemeinschaft. Mit viel Eigeninitiative und ehrenamtlicher Tätigkeit wurde und wird hier das Nahwärmenetz mit Biogas und Holzhackschnitzelfeuerung geschaffen und betrieben. Auch das Sportheim, das Schwimmbad, die Westernstadt und das schon vorhandene Glasfasernetz sind aus der ehrenamtlichen Tätigkeit und Eigeninitiative entstanden. Das Schwimmbad wird von der Abwärme der Biogasanlage beheizt. Die Genossenschaftsbank in Alsfeld ermöglichte die Umsetzung des Nahwärmenetzes. Die Stadt Alsfeld, die Behörden und der Vogelsbergkreis waren eher eine Behinderung bei der Umsetzung des Projektes.

Getreu dem Motto: „Was einer nicht schafft, das schaffen viele“ und „man muss die Leute im Ort mitnehmen“ wurde hier viel geschaffen. Die Bürger im Ort sagen Heute: „Es ist das Beste was Ihr/Wir je gemacht habt/haben.“ Die Lingelbächer haben die Energiewende bei der Wärme schon seit 2013 vollzogen. Die Nahwärme ist mit 0,0 % CO2 belastet, der Primärenergiefaktor beträgt 0,0 mit Zertifikat.

Durch die Genossenschaft und viel Ehrenamtlicher/ Eigeninitiative beträgt der Wärmepreis nur 95 Cent pro 10 kWh. Die Stadtwerken SWG in Gießen verlangen mehr als doppelte, er beträgt 2,45 € seit 1. April 2023 pro 10 kWh. 10 kWh ist der Wärmeinhalt von einem Liter Heizöl oder 1 m³ Erdgas. Der Preis der Wärmenetze ist zu 80% des Vorjahresverbrauches auf 95 Cent von der Bundesregierung gedeckelt, aber nur bis Ostern 2024. Was kommt danach? Das ist der Unterschied zwischen Genossenschaften, Stadtwerken und Stromkonzernen. Bei der Genossenschaft bestimmen die Bürger selbst den Energiepreis. Das Ziel der Genossenschaft ist die Förderung seiner Mitglieder und nicht die Gewinnmaximierung. Wärmenetze???? Der Bund überträgt jetzt die Wärmeversorgung, die Verantwortung dazu, auf die Städte und Gemeinden. So kann man es auch machen? Erst Wärmepumpen und jetzt Wärmenetze. Bin für freiwillige Anschlüsse wie hier in Lingelbach. Kein Überstülpen der Nahwärme und hohe Preise daraus. 5 bis 10 Häuser sollten sich zusammenschließen zur Strom- und Wärmeerzeugung und den Preis selbst bestimmen.

In Lingelbach kommt die Wärme zu 80% von der Biogasanlage mit einer Kraftwärmekopplung KWK und zu 20% von der Holzhackschnitzelfeuerung mit zwei 25 000 Liter Pufferspeicher für die Notwärme im Winter von zirka 2 Stunden. Ca. 100 Häuser sind angeschlossen, weitere 42 Häuser sollen folgen mit 2 bis 3 Millionen Kapitalbedarf. Seit Oktober 2013 sind die Häuser am Netz mit nur ½ Jahr Bauzeit. An das Kabelnetz fürs Internet ist Lingelbach schon angeschlossen, dank der Eigeninitiative im Ort. Die Häuser in Lingelbach haben so viel mehr an Wert gewonnen. Beim Hausverkauf kommt die Frage: „Ist das Haus am Nahwärmenetz, hat es Glasfaseranschluss?“ Es ist ein Zukunftsdorf, Energiewende- Dorf oder Klimaschutzdorf für Alt und Jung.

Der Elektrische Strom der Biogasanlage geht in das Ovag- Netz mit einer Mengenbegrenzung an Strom pro Jahr. Biogasanlgen könne den Atomstrom leicht ersetzen, wenn man es zulassen würde. Die Landwirte müssen ihr Biogas teilweise ungenutzt Abfackeln. Die Kraftwärmekopplung KWK in der Biogasanlage ist eine Art Stromaggregat wo die Abwärme genutzt wird. Man könnte es auch als einen Stromerzeugenden Heizkessel bezeichnen. Oder eine Gelddruckmaschine nennen, wenn der Strom und die Wärme selbst verbraucht werden.(Siehe das Hallenbad Alsfeld mit seiner KWK. Es ist viel Zeit vergangen. Wann kann sie an das Ovag Netz?) Die Abwärmenutzung müsste bei ALLEN Biogasanlagen zur Pflicht werden. Siehe Billertshausen und Vockenrod ohne Abwärmenutzung.

Die Lingelbach e.G. würde sich gerne ein 2. Standbein schaffen mit einem Windrad direkt neben dem Heizhaus, anstatt Freifeldsolar mit viel Flächenverbrauch. Für die Bewohner von Lingelbach ist es kein Problem, aber für die Behörden wie Stadt Alsfeld, RP-Gießen mit Vorrangflächen und vielen anderen Barrieren zur Eigenstromerzeugung sind dagegen. Ich denke, wir sollen Strom kaufen und nicht selbst herstellen. So kann das nicht weitergehen.

Lingelbach erzeugt jetzt schon mehr Strom als es verbraucht. Der Strompreis müsste hier für alle Haushalte auf die Hälfte sinken mit maximal 20 Cent/kWh für den Strom. Die Netzgebühr muss dazu entfallen. Sie macht die Hälfte unseres Strompreises aus. Oder Lingelbach kauft sich das Stromnetz zurück, wenn der Netzbetreiber die Halbierung des Strompreises nicht will. Die Gemeinde Feldheim im Mecklenburg Vorpommern hat es seit 2008 so gestaltet und der Bürger zahlt Brutto 13,5 Cent pro kWh für den Strom. Sie sind Energieautarg. Siehe Feldheim in der ARD Mediathek Mittagsmagazin vom 12.7.2023 Serie: Mission Klimaschutz (3).

Oder an die KWK der Biogasanlage kommt ein digitaler Virtueller Stromsummenzähler mit einer 15 Minuten Taktung und jeder Haushalt erhält ein Smart-Meter, der den Reststrom für das Haus ermittelt. Den Reststrom kann dann jeder aus dem öffentlichen Netz frei wählen. Es ist das Modell des „gemeinsamen Eigenstromverbrauch“ was im Solarpaket 1 der Bundesregierung geplant ist. In Berlin werden so mehrere Wohnblocks mit PV auf dem Dach und an der Fassade für den Eigenverbrauch zusammengefasst. Siehe „Berliner Energietage“ zu dem neuen Mieterstrommodell „Mieterstrom-wie-geht-es-weiter“ bei Youtube. Nach 1 Stunde 49 Minuten ist dort meine Frage zum Hollandmodell mit dem Jahresnettostrom (Net-Metering), wo die Einspeisung und der Bezug des Stromes den gleichen Preis hat. Oder der Stromzähler läuft dort einfach rückwärts bei der Einspeisung ins Stromnetz. Für uns Verbraucher wäre es das beste Modell. Es würde jeder verstehen.

Technisch ist das Alles möglich. Warum soll der ländliche Raum hier schon wieder benachteiligt werden??

Bei diesen Modellen wäre für Lingelbach dann auch die Stromwende vollzogen zu sehr niedrigen Stromkosten und 0% CO2 durch Biogasstrom und durch eigenen Windkraftstrom am Heizhaus. Die Windräder der Stromkonzerne haben wir im Vogelsbergkreis genug, da muss endlich Schluss sein. Wir zahlen die hohen Netzgebühren und Hessenwind generiert die Gewinne. In Alsfeld sind es schon 5% der Fläche belegt. Aber Windräder von Genossenschaften zur Eigenstromerzeugung haben wir nicht. Das Windrad der Kirchengemeinde in Billertshausen, dort war ich auch Mitglied, musste nach 20 Jahren verkauft werden wegen den Vorgaben aus dem EEG- Gesetz.

Dazu müssen noch viele Amtsstuben durchlaufen werden. Wollen die Energiekonzerne mit Ihren Lobbyisten die dezentrale Stromgewinnung anstatt der zentralen Stromerzeugung? Natürlich nicht. Wir sollen ihren teuren Strom kaufen. Mit solchen Energiezellen wie hier in Lingelbach und vielen Orten im Vogelsbergkreis wäre die CO2 freie Stromerzeugung umsetzbar. Technisch geht das Alles, jedoch die Gesetze und Bürokratie behindern und verhindern es.

Hinzu kämen die vielen E- Autos im Bundesgebiet mit 780 Gigawattstunden GWh Strom- Speichermöglichkeit bei den gewünschten 15 Millionen E-Autos mit Akkus. Aber zur Zeit dürfen die E- Autos nicht ins Stromnetz oder Hausnetz zurückspeisen. Im Ausland geht es mit unseren Autos. Es ist das Bi-direkte Laden. Wir können nur aus dem Stromnetz laden aber nicht zurück ins Netz einspeisen. Das E-Auto könnte sehr gut den Flexiblen Strommarkt nutzen und stabilisieren. Warum sollen wir zweimal 8000€ für Akkus im Haus ausgeben und im Auto? Mehr dazu auf meiner Internetseite bernhard-becker.com mit Broschüre zur KWK. UFFgepasst Becker wählen bei der Landratswahl. Ein – weiter so- darf es nicht geben.

Die Pumpspeicher für den Strom schaffen 40 GWh und sind ausgeschöpft, die privaten Hausspeicher haben 5,5 kWh und die Akku Speicher der Stromkonzerne haben 1,2 GWh. Wir brauchen mehr Speichermöglichkeiten für eine eventuelle Dunkelflaute und Sicherheit. Nach dem Frauenhoferinstitut brauchen wir bis 2030 Stromspeicher mit 100 GWh. Das könnten die Akkus der E- Autos sehr gut auffangen. Sie schaffen bis zu 750 GWh. An Solarstrom wurden letztes Jahr 60 TWh erzeugt und 123 TWh Windenergie. Das sind 60 000 GWh Solarstrom und 123 000 GWh Windstrom. Es fehlt der doppelte Ausbau beim Solarstrom. Bei Smard.de von der Budesnetzargentur kann man sehen, dass der Solarstrom parallel mit den Verbrauchsspitzen verläuft. Von 11 Millionen Solarfähigen Häusern werden nur 12 % für Solarstrom genutzt. Es ist der neuen Studie des Stromanbieter Lichtblick (Prosumer-Index). Es war auch der Zeitschrift der Spiegel.

Überhaupt müssen wir Dezentral Energie erzeugen, Strom speichern und die Abwärme nutzen. Keine 50 neue Gaskraftwerke ins Bundesgebiet, sondern nur kleine Kraftwärmekopplungen KWKs Dezentral mit der Nutzung der Abwärme. Siehe Harald Lesch, der Professor aus Nieder-Ohmen, in der TerraX Sendung vom 19.7.23 „Schaffen wir die Energiewende- und wird der Strom billiger?“. Oder bei Youtube

Gehen Sie bitte wählen und UFFgepasst Becker wählen.

Ihr Bernhard Becker aus Romrod. Im Internet: bernhard-becker.com